Nachdem die MSC Seaside tags zuvor Antigua gegen 18:00 Uhr verlassen hatte, liefen wir am Morgen des 27.12. um 7:00 Uhr im Hafen von Charlotte Amalie/ Saint Thomas ein. Die Sache klar und die Pläne groß wollte ich – wie auch schon am vorherigen Tag einen selbstorganisierten Roundtrip über die Insel machen und hatte mir die ein oder andere Station nach Hashtag Recherche auf Instagram (kann ich übrigens seht empfehlen, wenn kein Reiseführer zur Hand) bereits notiert. Nur leider bringen all die großen Pläne nichts, wenn scheinbar alle Attraktionen geschlossen haben (ob durch Sturmschäden oder aufgrund von Feiertagen weiß ich leider nicht).

Hier mal eine Liste der Dinge, die ich gern gesehen hätte:

  • Mountain Top Viewpoint – tolle Aussicht über Magen’s Bay ✅
  • Skyride zum Paradise Point – Aussicht über Charlotte Amalie und den Hafen 🚫
  • Blackbeard’s Castle 🚫 und die 99 Steps ✅
  • Magen’s Beach 🚫
  • Charlotte Amalie 🚫✅ (will heißen Jain)

Etwas enttäuscht war ich ja schon. Aber eins nach dem Anderen!

Nachdem ich das Schiff verlassen hatte, musste ich leider mit Bedauern feststellen, dass die Seilbahn – also der Skyride zum Paradise Point – außer Betrieb war und das schon mal definitiv ins Wasser fiel. Die Suche nach einem Taxifahrer gestaltete sich dieses Mal leider auch etwas schwieriger (Preise deutlich teurer als auf Antigua, Insel aber auch größer und die Gruppe mit der ich heute unterwegs sein sollte ebenfalls viel größer) aber schließlich ging es doch los – leider nicht zum Magen’s Beach, sondern zum  Coki Beach. Warum? Weil ich herausfinden musste, dass für den Magen’s Beach ein Eintritt ($5 p.P) verlangt wurde, worauf keiner so richtig Lust hatte (schon gar nicht mit 11 Personen). Der Roundtrip sollte uns übrigens $16 p.P kosten und enthielt 2 geplante Stops: 1,5 Stunden am Coki Beach und einen Stop am Blackbeard’s Castle, welches – so teilte man uns mit – leider auch nicht geöffnet habe (wat is‘ denn hier los sach’ma). Na super! Dann wenigstens einen Blick von außen drauf werfen… so der Plan.

schneller zurück als gedacht – dafür aber durchgeweicht *brrr

Mit dem Taxi/ „Bus“ fuhren wir also los in Richtung Coki Beach und wie auch schon auf Antigua war die Landschaft ein Traum! Das kann die Karibik, soviel steht mal fest! Dort angekommen, gingen die meisten meiner kleinen Reisegruppe baden und ich schaute mal links und rechts den Strand hinunter, was es noch so zu entdecken gab. Da wäre zum Beispiel von einer kleinen Gruppe vorwitziger Bartagamen (ich – als GOT Suchti – nenne sie ja liebevoll kleine Drachen, BTW die neue Staffel kommt erst 2019!? WHAT?) zu berichten, die ein noch vorwitzigerer untersetzter Idiot fortwährend am Bein und Schwanz zog. Auf den sind meine Nichte (1. Klasse und Tantes ganzer Stolz) und ich kurzerhand erst einmal mit Schimpftiraden losgegangen, bis er sich verzog. Spinnt wohl!

Auf der anderen Seite des Strandes fand sich der Coral World Ocean Park, der eigentlich eine Menge an Aktivitäten in petto hat. Leider jedoch setzten die meisten Angebote gerade aus (aufgrund der vorangegangen Wirbelstürme). Geschlossen war der Park allerdings nicht und es sah mir danach aus, als wäre die ein oder andere Attraktion (etwa ein Beobachtungsraum der Unterwasserwelt) dennoch zu besichtigen. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, der könnte sich das durchaus einmal anschauen.

Mein Fazit zum Coki Beach fällt allerdings recht mau aus. Außer der Bartagamen hab ich nicht wirklich ein Foto gemacht. Natürlich war das ein toller Strand zum Baden, kristallklares Wasser und toller Sand aber irgendwie fehlte für mich da etwas. Keine Ahnung, warum der Ort uns derart angepriesen wurde. Sei es drum, für die Kids war der Badestop in jedem Fall super.

Auf dem Weg zurück hielten wir am – leider wie bereits erwähnt – geschlossenen Blackbeard’s Castle. So richtig umschauen war leider auch nicht drin, weil uns zu allem Übel auch noch ein Wolkenbruch heimsuchte, der uns in kürzester Zeit so durchweichte, dass eine Rückkehr zum Hafen eigentlich unumgänglich war.

„the Smoking Rooster“ und wie der Tag erst richtig losging

Nun denn, zu diesem Zeitpunkt dachte ich auf jeden Fall, auf Saint Thomas läuft nix so wie es soll. Gerade erst 12:00 Uhr und schon zurück am Hafen. Und nun? Zurück aufs Schiff? N I E M A L S. Ich schnappte mir kurzerhand meine Schwester und los ging es noch einmal – den Plan im Kopf, wenigstens noch 2 Viewpoints abzuklappern, um überhaupt noch etwas von der Insel gesehen zu haben. Und wie es der Zufall so wollte, kamen wir – auf der Suche nach einem Taxifahrer, der uns dorthin bringen sollte – am „the Smoking Rooster“ vorbei, wo wir uns kurzerhand bei Mac’n’Cheese und einigen Mango/ Strawberry Daiquiries auf andere Gedanken (die Hitze tat ihr Übriges und man nahm uns definitiv als heitere Gestalten wahr) brachten. Und dann gab es dort auch noch Live-Musik! Himmel!

IMG_2469

Schließlich sollte es zum ersten, irgendwie namenlosen und von uns durch Zufall entdeckten Viewpoint gehen, der sich – fährt man von Charlotte Amalie aus in Richtung Blackbeard’s Castle, oberhalb auf einer Art Terrasse/ Parkplatz befindet. Von dort aus hat man einen verdammt tollen Blick, wie ich finde. Sehr ihr da unten? Da ist die MSC Seaside zu sehen (was’n Brecher, ich weiß).

IMG_1960

IMG_2463

IMG_E1917

Der zweite Viewpoint mit Blick auf Magen’s Bay stand bereits auf meiner To-Do-Liste für die Insel und konnte nun endlich als erledigt abgehakt werden.

IMG_2459

IMG_E1920

wessen Entscheidung war DAS denn…?

Und weil wir so beseelt von dieser tollen Aussicht waren, entschieden wir, dass uns der nette Taxifahrer am Blackbeard’s Castle rausschmeißen solle, damit wir – wäre ja auch gar nicht so weit (dem Taxifahrer und unseren Eltern zufolge) – die malerischen (wiederum O-Ton meiner Eltern) 99 Steps zwischen alten Häuschen und Piratenskulpturen hinuntersteigen können.

IMG_2464

IMG_1959

IMG_2470

Okay! Ich sag mal so, malerisch waren sie ja schon die 99 Stufen und im Nachhinein bin ich auch echt froh, dass ich nicht mit dem Taxi gefahren bin, aber 10 Minuten Fußweg waren ja wohl leicht untertrieben Herr Taxifahrer (*grrrr). Und – nicht dass ich sie gebraucht hätte – aber wo waren denn nun diese Piratenskulpturen Paps? Keine gesehen. Dafür aber kurz nach den 99 Steps noch ein paar weitere Steps die mich quasi direkt nach Griechenland katapultierten. So cool, oder?

IMG_1994

IMG_2046

und im nächsten Post …

IMG_E2205

…laufen wir durch die Straßen von Nassau/ New Providence. Es geht wieder ein paar Stufen hinauf und hinab und ein Strawberry Daiquiri ist auch wieder mit von der Partie, der mich übrigens ermutigte nicht ganz legale Dinge zu tun.

Aber mehr dazu im nächsten Blogpost.

❤️

Tag 4 bis 9 Pt. 1- Koh Tao: Open Water Tauchschein in der Tanote Bay

Von vorn herein war klar, die Zeit auf Koh Tao würden wir vordergründig für den Tauchkurs in der deutschen Tauchschule Calypso nutzen. Und mit diesem Plan liegt man auf einer kleinen Insel wie der Schildkröten-Insel, die als einer DER Tauchspots im Golf von Thailand schlechthin gehandelt wird, voll im Trend! Im Vorfeld stand ich bereits per Mail mit den Ansprechpartnern der Schule in Verbindung, um Ihnen unser etwaiges Ankunftsdatum mitzuteilen. Über diesen Kontakt konnten wir auch direkt unseren Bungalow im Family Tanote Bay Resort reservieren – super praktisch!
img_0533

 Wie ich bereits schrieb, hatte ich mich bereits von Deutschland aus informiert. Meine beste Freundin hatte außerdem bereits letztes Jahr das Vergnügen und war total begeistert! Insofern fiel mir die Wahl der Schule nicht besonders schwer.
Für 11.000 THB – umgerechnet sind das in etwa 270€ – sollten wir nach 3 1/2 Tagen Lehrgang den CMAS 1 Stern Tauchschein in den Händen halten. Ich war mehr als gespannt. Am 06.04. sollte es dann losgehen – und zwar erst einmal mit Theorie. Ist natürlich schwer, sich bei dem geilsten Wetter und vor überwältigender Kulisse auf Fakten zu konzentrieren aber Haik unsere Tauchlehrerin hat das wirklich super gemacht. Im übrigen fand ich es sehr beruhigend zu wissen, dass die Schule wert darauf legt, Wissen persönlich zu vermitteln und nicht – wie viele andere es inzwischen wohl tun – den ‚Theoriekram‘ über die Vorführung eines Lehrvideos abwirtschaften. Es schön, als läge es allen Teammitgliedern am Herzen, ihren Schülern eine Sichtweise auf den Tauchsport – seine tollen aber eben auch gefährlichen Seiten und vor allem auch die Verantwortung unsererseits für die Erhaltung natürlicher Lebensräume, in die wir da eindringen, mitzugeben! Dieses Verantwortungs-bewusstsein und die Leidenschaft für diesen Sport hat mich und auch alle anderen Einsteiger sehr mitgerissen und begeistert!
Nachdem wir nun also den ersten Tag zur Hälfte mit der Theorie verbrachten, durften wir dann um die Mittagszeit herum das erste Mal in voller Montur ins Wasser. Im ersten Moment war es total seltsam, über den Regulator zu atmen aber man gewöhnt sich recht schnell dran finde ich! In den Folgetagen teilte es sich ähnlich auf wie am ersten! Erst Theorie, dann ging es mal 2- oder 3 Mal ins Wasser. An Tag 3 schrieben wir dann noch einen kleinen multiple Choice Test und Tag 4 drehten wir eine größere Runde durch das Hausriff!

Leute ich kann nichts mehr empfehlen als diesen Tauchkurs! Der war wirklich jeden Cent wert!

Tag 4 – reif für die Insel

Nach 3 Tagen in einer riesigen Stadt wie Bangkok die einen mit einer Jahresmitteltemperatur von 32 Grad mehr als nur den Schweiß auf die Stirn treibt, waren wir doch ziemlich froh über unsere Weiterreise gen Koh Tao. Bereits in Deutschland hatten wir bei Nok Air einen Flug nach Chumphon gebucht. Im Paket enthalten waren auch ein Transfer zum Lompraya Pier und die Fähre nach Koh Tao. Aber von vorn! Um kurz nach 3 Uhr morgens ging es für uns vom Hotel zum Don Muang Airport in Bangkok mit einer – oh mein Gott oh mein Gott oh mein Gott – Propellermaschine nach Chumphon. Ich verkneife mir mal das Wort Airport in Verbindung mit Chumphon. Habe selten einen so entspannten Flugplatz gesehen. Da wäre ich auch gern Lotse.


Im Vorfeld war mir etwas flau beim Gedanken an diese Transfer-Geschichte. Ich hatte mir den – nun sage ich es doch – ‚Airport‘ größer vorgestellt und machte mir Sorgen, dass wir zeitlich ins Straucheln kommen würden und die Fähre nicht schaffen! Aber weit gefehlt. Innerhalb weniger Minuten hatten wir unsere Rucksäcke und es war noch Zeit genug in bequemere und luftige Klamotten zu springen! Noch eben das W-Lan genutzt um zuhause in Deutschland ein Lebenszeichen zu geben und dann machten wir uns gemütlich auf den Weg hinaus in Richtung Parkplatz. Kaum dort angekommen würden wir auch schon abgefangen und zu einem Kleinbus gebracht, der sich doch tatsächlich als unser Transfer zum Lompraya Pier entpuppte. Also besser hätte das gar nicht klappen können und um kurz nach 8 Uhr -nach einer knappen Stunde Fahrt -erreichten wir den Ableger.  

Ich kann überhaupt nicht in Worte fassen wie großartig ich mich dort schon fühlte. Dieses Wetter! Dieses Wasser! Dieses Gefühl von absoluter Entspannung. Da störten uns auch die 5 Stunden Wartezeit nicht mehr, die sich aufgrund der schnellsten Abwicklung eines Transfers dem ich beiwohnen durfte, ergeben hatten.
Irgendwann – das müsste so gegen 12:15 Uhr gewesen sein – kam endlich der Katamaran und brachte all diese unwahrscheinlich braun gebrannten Menschen von den Inseln und – das typische bunte Bändchen am Rucksack, welches unsere Zielinsel kenntlich machte – duften wir schließlich rauf aufs Boot! Von der ungefähr zweistündigen Fahrt bekam ich peinlicherweise nur eine 30 Minuten mit und danach schlief ich ein! Es gibt Menschen denen vom Wellengang schlecht wird … Ich schlafe ein. Nun ja. Habe mir schwören lassen, dass es sowieso nichts mehr zu sehen gab. Glaube das mal! Als Koh Tao aber in Sicht war, wich auch meine Müdigkeit.

Bevor wir am eigentlichen Pier auf Koh Tao anlegten, machte der Katamaran noch einen Stopp bei der vorgelagerten Insel Koh Nang Yuan, die wahrscheinlich jeder schon auf irgendeiner Karte gesehen hat. Eine Sandbank in Türkis blauem Wasser, die 2 kleine Berge miteinander verbindet… Also ich muss sagen, als ich den Ort dann sah, fand ich ihn – überlaufen von tausenden Menschen – gar nicht mehr so paradiesisch wie auf den vielen Bildern im Internet. Dort jedenfalls stiegen gefühlte Hundertschaften zu und es ging weiter zum Pier von Koh Tao, wo uns weitere Hundertschaften an Taxifahrern auflauerten. Es fühlte sich ein wenig nach Viehtrieb an. Mit einem fuhren wir zur Tanote Bay! Abenteuerlich! Auf der Ladefläche eines Geländewagens (ohne die geht auch nichts dort!!!!) ging es steil nach oben und steil hinunter. Kurzzeitig war ich mir nicht sicher, ob ich das Meer auf der anderen Inselseite noch erblicken würde aber no risk no fun oder wie sagt man? 

 Die Bucht haben wir uns übrigens aus einem ganz bestimmten Grund ausgesucht! Dort findet sich nämlich die deutsche Tauchschule ‚Calypso‘, in welcher wir den CMAS 1* Open Water Schein machen wollten. Ich hatte bereits aus Deutschland Kontakt mit den Guides aufgenommen und da angekommen verabredeten wir den nächstmöglichen Starttag. In 2 Tagen sollte es losgehen!